Zuverdienst für psychisch Erkrankte

Beim Zuverdienst handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot im Arbeitsbereich, dass entwickelt wurde, weil viele psychisch Erkrankte aufgrund der Intensität und Langwierigkeit ihrer Erkrankung und der damit verbundenen Einschränkungen weder vorübergehend noch dauerhaft dem allgemeinen oder dem besonderen Arbeitsmarkt (Werkstatt für behinderte Menschen "WfBM") zur Verfügung stehen. Im Zuverdienst können psychisch Kranke für einige Stunden in der Woche regelmäßig und verbindlich einer Tätigkeit nachgehen und zu ihrer Rente oder Sozialhilfe einen „Zuverdienst“ erzielen. Das ausgezahlte Arbeitsentgelt ist dabei in seiner geringen Höhe nicht als Lohnersatz gedacht sondern vielmehr als Motivationsanreiz zu sehen.

Der Zuverdienst schließt einen Teil der Lücke zwischen unbezahlter, mehr tagesstrukturierender Beschäftigung (z.B.Tagesstätte) und Arbeitsverhältnissen des besonderen Arbeitsmarktes (wie z.B.Werkstätten für psychisch behinderte Menschen). Dies gilt vor allem für diejenigen chronisch psychisch Kranken, die aufgrund ihrer Erkrankung derart gehandicapt sind, dass sie nicht die Möglichkeit haben, die an sie gestellten Anforderungen in einer Werkstatt für psychisch behinderte Menschen (WfpM), in einer Tagesstätte oder verschiedener Lehrgänge zu erfüllen.

Zuverdienst tritt nicht Konkurrenz zu anderen Arbeitsmöglichkeiten, sondern ist eine sinnvolle fachliche Ergänzung.

Charakteristisch für den Zuverdienst ist die Festlegung auf einige wenige Stunden wöchentlicher Arbeitszeit, da die Leistungseinschränkungen und die individuellen Befindlichkeiten und Fähigkeiten des betroffenen Menschen zu berücksichtigen sind. Von daher wird keine regelmäßige feste wöchentliche Arbeitszeit erwartet. Vielmehr werden die Zeiten der Beschäftigung in der Regel wöchentlich nach den Möglichkeiten und Belastungsgrenzen der "Zuverdienstler" neu vereinbart.

Der Ort und Inhalt der Arbeit soll sich an Normalität orientieren. Angestrebt wird hierbei, dass Zuverdienstmitarbeiter/innen sich mit ihren Leistungseinschränkungen akzeptieren können und die Arbeitsleistung nicht zur Erreichung einer weiterführenden Perspektive gesteigert werden muss.
Zuverdienst kann jedoch auch den Übergang in berufliche Reha-Maßnahmen, die Arbeit in einer WfpM oder andere Arbeitsmöglichkeiten einleiten.
Im Zuverdienst wird sehr viel Wert auf Kommunikation und partnerschaftlichen Umgang gelegt. Dies prägt die Atmosphäre und den Umgangston innerhalb der Gruppe. Jeder Zuverdienst - Mitarbeiter fühlt sich als Teil der Gruppe mitverantwortlich. Während der Arbeit im Zuverdienst werden viele Kontakte geknüpft, die in der Zeit außerhalb des Zuverdienstes intensiviert werden. Insgesamt trägt die Einbindung in den Zuverdienst entscheidend zu einer langfristigen Stabilisierung des psychischen Gesundheitszustandes bei.

Der Arbeitsbereich Zuverdienst bietet an:
Niederschwellige Arbeitsangebote für psychisch Kranke, z.B.
  • Zeitlich begrenzte Arbeitsangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen
  • Tagesstrukturierendes Beschäftigungsangebot für chronisch psychisch Kranke
  • Schrittweise Eingewöhnung von Langzeitkranken an verbindliche Arbeitsaufgaben und Arbeitszeiten
  • Individuell abgestimmte Maßnahmen zur Arbeitserprobung und Arbeitsbelastung
  • Möglichkeit eines begrenzten Zuverdienstes im Rahmen überschaubarer Tätigkeiten
  • Stärkung des Selbstbewusstseins durch sinnvolle und poduktive Arbeiten
  • die Erfahrung einer Arbeit im team bzw.die Stärkung bereits vorhandener Teamfähigkeiten
Mögliche Arbeits- und Beschäftigungsbereiche sind:
Montagetätigkeiten:
- Arbeiten aus Bereichen der industriellen Fertigung, Montage, Endkontrolle, Verpackung, etc
Hausmeister-Service:
- Maler– und Gartenarbeiten,etc.
Wäscheservice:
- Wäsche waschen,trocknen,bügeln und mangeln
- Näharbeiten
Holzarbeiten:
- Herstellung kleiner Holzartikel                                                   
- Holzarbeiten
Serviertätigkeiten/Catering:
- Kuchen- und Kaffeeservice im vereinseigenen "Cafe Regenbogen"
- Belegen von Brötchen

Der Zuverdienst wendet sich mit seinen vorgenannten Tätigkeitsfeldern in erster Linie an soziale und kulturelle Einrichtungen, sowie an einkommensschwache Haushalte.
Die Preisgestaltung erfolgt in allen Bereichen jeweils nach Vereinbarung.
 
Rufen Sie uns an
wenn Sie Arbeiten aus einem dieser Bereiche für uns haben oder unsere Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollen. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich bei uns melden.

Ein Angebot für alle psychisch Erkrankten
Die Beschäftigungsangebote des Zuverdienstes sind ein offenes Angebot für Lengerich und die umliegenden Gemeinden und richten sich an alle Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Behinderung. Der Besuch ist nicht an die Inanspruchnahme von  sonstigen Betreuungsleistungen des Reha-Vereins gebunden und erfordert keine Kostenzusage durch einen Sozialleistungsträger.
Der Zuverdienst ist ein Versorgungs-Baustein des Gemeindepsychiatrischen Verbundes im Kreis Steinfurt und wird durch Mittel des Kreises Steinfurt finanziell gefördert.

Kontakt & Informationen:

Montags - Freitags von 8.30 - 12.30 Uhr


Ihr Ansprechpartner:
Jens Broxtermann
Im Hook 13
49525 Lengerich
Tel.: 05481 / 305 3446
Fax: 05481 / 305 3465
E-Mail: zuverdienst@reha-verein-lengerich.de